Welche Prinzipien haben Balimo und der Chung Shi Schuh gemeinsam?
Auf dem Balimo kann man sich nie nicht bewegen, d.h. der Mensch sitzt in einer ständigen Unruhe. Diese ist nötig, um den gesamten Körper mit natürlichen Schwingungen zu versorgen. Diese Schwingungen werden vom Motor des menschlichen Körpers – unserem Becken – bis zum Kopf und zu den Füßen übertragen. Feinfühliges Schwingen fordert und fördert unsere Wahrnehmung über eine erhöhte Beckenbeweglichkeit. Je größer die Vielfalt der Beckenbewegungen ist, desto besser wird der gesamte Körper natürlich aufgerichtet.
Normale Stühle lassen durch fehlende Beweglichkeit den Menschen unsensibel für seinen körpereigenen Umgang werden. Man spürt gar nicht mehr, was sich in welcher Situation wie bewegt. Je mehr Bewegungsmöglichkeiten dem Gehirn angeboten werden, desto besser kann das Gehirn entscheiden, welche für diesen entsprechenden Menschen die beste Bewegung ist. Das Gehirn besitzt nämlich noch diese Weisheit.
Seine körpereigenen Regeln gewinnt der Mensch nur dann zurück, wenn das Gehirn aus einer Anzahl von Möglichkeiten auswählen kann. Der Balimo gibt aus diesen Gründen dem Menschen einen großen Spielraum von Bewegungsmöglichkeiten. Über das Becken werden Bewegungsübertragungen initiiert, die von anderen Körperteilen nicht in dem Maße ausgehen können, weil am Becken die größten Muskeln vorhanden sind, die mehr Energie durch den gesamten Körper senden können als andere. Man spürt dabei nach geraumer Zeit, dass die Beckenbewegungen sich bis in den Hals-Nackenbereich und zu den feinen Gelenken in den Füßen fortpflanzen.
Der Chung Shi Schuh beruht auf ähnlichen Prinzipien, weil er dem Menschen beim Gehen ständige Unruhe bietet. Man kann eigentlich nicht ruhig auf ihnen stehen bzw. immer denselben Bewegungsablauf beim Gehen vollziehen, der zur Monotonie führen würde und unsere Körpersysteme in Bewegungsbarrieren erstarren ließe.
Dabei ist die Freiheit der Bewegungen im Gegensatz zum Balimo eingegrenzt. Der Fuß ist nicht an alle Richtungen zu bewegen, damit der Gehende nicht umknicken kann. Die Hauptbewegungen sind nach vorne und zurück, der Fuß kann sich jedoch auch ein wenig nach rechts und links bewegen, aber in begrenzter Form, um das Sprunggelenk und die Knie nicht negativ zu belasten. Das Becken ist demgegenüber erheblich beweglicher als das Fußsystem und kann sich in alle Richtungen bewegen. Durch die Begrenzungsscheibe unterhalb der Sitzfläche wird die Wirbelsäule vor möglichen extremen Bewegungen geschützt.
Was macht den Schuh so wertvoll? Der Mensch geht heute auf Untergründen, die weitestgehend frei von Stolpermöglichkeiten sind. Es wird uns Menschen also eine störungsfreie Fläche angeboten, die dazu führt, dass die Füße, die Knöchel, das Kniegelenk und die Hüfte nicht mehr in ihrer originären Form benutzt werden. Wir laufen kaum noch barfuß und stimulieren vom Fuß aus die darüber liegenden Körperbereiche nicht mehr genügend. Wenn dann eine Bodenunebenheit auftritt, sind die Rezeptoren an den Gelenken durch monotone Benutzung nicht mehr in der Lage, flexibel zu reagieren. Das Umknicken passiert bei kleinsten Störfaktoren und führt zu Verletzungen der Gelenke, Sehnen und Bänder. Durch diesen Schuh werden feine ganzkörperliche Bewegungsübertragungen ermöglicht, die einen besseren Bewegungsfuß beim Gehen führen. Dabei sind die Stimulierungen kleiner und in ihrer Intensität nicht mit denen des Balimos zu vergleichen. Trotzdem sind alle Materialien und Geräte zu unterstützen, die die Flexibilität des Menschen erhöhen.